DaFabula

Kälte

Kälte. Erst nur ein Kribbeln, dann ein stechender Schmerz, schließlich ein lähmendes Nichts. Sie schleicht sich ein, nimmt uns Stück für Stück, bis wir kaum noch fühlen—kaum noch existieren. Schutz? Zwecklos. Der Schlaf lockt, die Gedanken treiben fort, taumeln zwischen Realität und Traum. Was bleibt? Die Hoffnung flackert noch, schwach, zögernd. Aber wie lange, bevor sie endgültig verlöscht?

Hilf mir!

Wenn das Unerklärliche in unser Leben tritt, suchen wir nach logischen Mustern, nach einem Weg, es zu ordnen. Bis wir erkennen, dass es sich nicht verdrängen lässt. Immer wieder taucht es auf, näher und eindringlicher, bis wir nicht mehr leugnen können: Es betrifft uns. Doch was tun wir dann? Halten wir an unserem Weltbild fest, klammern uns an die Vernunft? Oder wagen wir es, uns dem Rätselhaften zu stellen—auch wenn es bedeutet, dass wir selbst darin eine Rolle spielen?

Grit

Man begegnet einem Menschen und spürt sofort etwas Besonderes. Doch das Leben trennt Wege, lässt Erinnerungen verblassen, aber nie ganz verschwinden. Jahre später, eine zufällige Begegnung, ein Blick, und alles ist wieder da. Gefühle, die scheinbar der Zeit getrotzt haben. Denn manche Erinnerungen sind nicht nur Vergangenheit, sondern ein Versprechen für die Zukunft.

Es ist gut

Manchmal erkennen wir zu spät, dass es ein Abschied für immer war. Abschied nehmen ist nie einfach, und wir wissen nicht, wann es das letzte Mal sein wird. Doch selbst wenn jemand geht, bleiben Orte, an denen wir verbunden bleiben, wo uns Erinnerungen tragen und der andere ganz präsent ist. Oft kehren wir dorthin zurück, um die Vergangenheit noch einmal zu spüren, um uns für einen Moment wieder nah zu fühlen. Doch was, wenn wir dies gar nicht bewusst tun?

Erwacht

Gefangen. Lebendig begraben. Hellwach. Doch kein Laut dringt nach aussen. Die absolute Finsternis lastet schwer, die Erde erdrückt jedes verzweifelte Aufbäumen. Der Atem geht flach, die Panik steigt, aber niemand hört die stummen Schreie. Eine albtraumhafte Vorstellung, unwirklich und doch beängstigend real.
Nicht nur unter Erde kann man begraben werden. Auch im eigenen Leben. Gefangen in Unsichtbarkeit, eingesperrt in der Stille, unfähig sich zu äussern. Beobachter und Leidtragender zugleich, erstarrt in der Erkenntnis, dass niemand das unausgesprochene Leid sieht, niemand es anspricht.

Ganz nebenbei

Manchmal werden wir unverhofft Zeugen einer Wahrheit, die nicht für unsere Ohren oder unsere Augen bestimmt ist. Ein leises Gespräch, ein aufgewühlter Tonfall, vielleicht lugen wir verborgen hinter der raschelnden Zeitung hervor – und doch zieht es uns unwiderstehlich in seinen Bann. Wir sollten fortsehen, uns lösen, doch je länger wir verharren, desto stärker drängt sich die Frage auf: Lauschen wir weiter oder befreien wir uns? Eine Entscheidung steht bevor.

Er musste es wissen

Die Erzählkunst ist ein wandelbares Geschöpf, ein Spiegel der Zeiten. Warum also nicht eine Geschichte, scheinbar fest verankert in ihrer ursprünglichen Form, erneut entfalten – diesmal aber in einer Sprache, die den Geist und die Feinheit einer anderen Epoche atmet? Die Grundlage dieser Erzählung bildet die Kurzgeschichte ‚Ganz nebenbei‘, doch Fluss und Ausdruck sind von Thomas Mann inspiriert. Dieselbe Geschichte und doch ganz anders.

Emilia

Wer bin ich? Woher komme ich? Manche Fragen lassen uns nicht los – besonders, wenn unsere eigene Familie Geheimnisse birgt, über die niemand spricht. Die Suche nach Antworten kann uns an unerwartete Orte führen, zu Wahrheiten, die im Dunkeln lagen. Doch wenn wir ihnen begegnen, bringen sie wirklich Frieden? Oder verändern sie alles?

Ein Anfang

Claire steht am Wendepunkt ihres Lebens. Der Verlust ihrer Mutter hat sie in eine Welt aus Schmerz und Abwehr gedrängt. Nun soll alles neu beginnen, mit einem Vater, den sie kaum kennt an einem Ort, der ihr fremd ist. Doch als sie diese neue Landschaft zum ersten Mal wirklich sieht, spürt sie intuitiv, dass Veränderung nicht nur Abschied bedeutet, sondern auch eine Chance sein kann. Ihr neues Leben wartet – wenn sie bereit ist, es anzunehmen.

Egress

Die Unendlichkeit des Weltalls fasziniert uns alle. In klaren Nächten funkeln die Sterne wie Diamanten auf schwarzem Samt, und wir fühlen uns unendlich klein. Die ISS – ein erster Schritt auf dem Weg zu den Sternen. Astronaut zu werden, ein Traum, den nur wenige verwirklichen können. Doch der Weltraum ist kein Ort der Sicherheit. Er ist gewaltig, lebensfeindlich, unerbittlich. Und manchmal fordert er seinen Preis.