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DaFabula

Ave Maria – Eine Musik, die mich davongetragen hat…

Erst kürzlich zog es uns wieder nach Sevilla. In den engen Gassen der Altstadt liegt, fast ein wenig versteckt, eine kleine Kirche mit einer Orgel. Sobald man die Schwelle überschreitet, umfängt einen die Atmosphäre von Ehrfurcht, Geschichte und Weite. Genau hier durften wir an diesem Abend ein Konzert erleben: Ein Organist und ein Oboist im Zusammenspiel. Der Rahmen hätte nicht intimer sein können – das Publikum sass so nah an den Künstlern, dass jede noch so feine Geste und Regung im Gesicht spürbar wurde. Das Programm schlug einen weiten Bogen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert. Ein wahrer Genuss.

Doch das eigentliche Highlight war die Zugabe, die mich förmlich davongetragen hat. Eine simple Melodie, die jedoch eine unglaubliche Sogkraft entfaltete. Völlig in den Bann gezogen, musste ich nach dem Konzert einfach herausfinden, wer dieses Werk geschaffen hat. Meine Recherche zu Hause brachte Erstaunliches zutage: Das Stück, bekannt als „Ave Maria von Caccini“, stammt in Wahrheit von Wladimir Wawilow, der es um 1970 komponierte. Er nahm es damals beim Label Melodiya unter dem Vermerk „Anonym“ auf, was später zu der fälschlichen Zuschreibung an den italienischen Komponisten führte.

Auf der Suche nach der schönsten Interpretation bin ich auf den britischen Knabenchor „Libera“ aus dem Londoner Süden gestoßen. Ihre Einspielung ist für mich die absolut herausragende. Die Gruppe, die aus 20 bis 40 Jungen im Alter von 7 bis 16 Jahren besteht, hat sich längst vom klassischen Kirchenchor zu einem international gefeierten Ensemble gewandelt. Wer neugierig geworden ist, sollte unbedingt einmal hineinhören. Es ist schlicht wunderschön …

 

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